Mein Auslandsjahr 2008/2009

Veröffentlicht auf von Rebecca.Tessa

Guten Morgen Mädels! Ihr habt so oft gefragt und nachgehakt, jetzt möchte ich euch nicht weiter auf die Folter spannen und euch endlich den Artikel zu meinem Auslandsjahr schreiben. Ich werde im Folgenden eure Fragen so ausführlich beantworten, wie ich kann und euch viele Fotos zeigen, damit ihr einen guten Eindruck davon bekommt, wie mein Auslandsjahr war. Der Artikel wird mit Sicherheit sehr, sehr lang, aber ich wollte, dass ihr alles auf einen Blick habt.

 

 

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Das allererste Foto, das ich in den USA geschossen habe, hehe

 

 

Wie alt warst du als du eins gemacht hast?

Mit 16 Jahren bin ich in die USA geflogen und mit 17 bin ich wiedergekommen

 

 

Hattest du Angst, dass wenn du wieder kommst deine Freunde dich "vergessen haben"?

Natürlich macht man sich da manchmal Sorgen, aber ich hatte immer sehr guten Kontakt zu meinen Freunden und so ist nie wirklich die Angst aufgekommen, dass sie mich vergessen könnten.


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In meinem Schulplaner habe ich Fotos meiner Freunde und meiner Familie geklebt

 

 

Wie viel hat das eigentlich gekostet und bei welcher Organisation warst du?

Meine Organisation heißt Eurovacances (www.eurovacances.de) und das ist eine gemeinnützige Organisation. Darauf solltet ihr achten, da dadurch gewehrleistet ist, dass sich keiner mit eurem Geld die Taschen vollstopft. Das Geld wird für die Suche nach einer Gastfamilie und alles was dazugehört investiert. Natürlich sind dafür Menschen angestellt, die für ihre Arbeit von eurem Geld bezahlt werden, aber man kann sich sicher sein, dass nicht nur einer an eurem Geld verdient und sich die Taschen voll machen kann. Gekostet hat das Auslandsjahr etwa 7.000€, allerdings kann man sich auch, wenn man früh genug dran ist, für Stipendien bewerben.

 

 

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Emily, Jacky und ich

 

 

Wie war deine Gastfamilie?

Meine Gastfamilie war sehr nett. Ich habe bei einer alleinerziehenden Mutter, die zwar einen Freund hatte, der hat aber nicht bei uns gewohnt, und ihrer 21jährigen Tochter gewohnt. Mit beiden habe ich mich sehr gut verstanden, besonders meine Gastschwester war ein großer Bezugspunkt für mich, sie ist und war immer wie eine richtige Schwester für mich. Wir haben zusammen Unfug gemacht (sind zum Beispiel heimlich mitten in der Nacht nach Kanada (etwa 20 Minuten) gefahren und ich habe mich piercen lassen). Meine Gastmutter hatte sehr viele Probleme mit sich selbst, sowohl psychisch, als auch physisch und deshalb war es mit ihr manchmal auch schwierig. Mit beiden habe ich aber heute noch Kontakt und ich vermisse sie sehr.

 

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Meine Gastschwester und ich in der Hockey Hall of Fame

 

 

Hast du dort Freunde gefunden?

Natürlich habe ich dort Freunde gefunden! Das ist im Prinzip kinderleicht. Anfangs interessieren sich alle für einen, weil man "the German" ist. Vielleicht habt ihr auch andere Austauschschüler an der Schule, bei mir ware noch zwei Deutsche, eine Schwedin, eine Tschechin, ein Spanier, ein Italiener und ein Japaner, mit denen ich auch viel unternommen habe. Es ist aber viel Eigeninitiative gefragt! Erwartet nicht, dass euch jemand anruft, wenn ihr eure Handynummer weitergebt. Da müsst ihr den ersten Schritt tun und das kostet manchmal ein bisschen Überwindung, aber ich kenne bisher niemanden, der es nicht geschafft hat dort Freunde zu finden, also braucht man sich da keine großen Sorgen machen.

 

n1415424535 30352470 6423676Zwei Freundinnen aus Tschechien und Schweden


 

Wo warst du genau ( Land & Stadt )?

Meine Reise ging nach Buffalo, NY. In den USA nennt man immer erst die Stadt und dann den dazugehörigen Bundesstaat. Ich war also im Bundesstaat (nicht in der Stadt!) New York in der Stadt Buffalo. Buffalo ist eine moderne Industrie- und Hafenstadt, die keine 20 Autominuten von den Niagarafällen und der kanadischen Grenze entfernt ist. Ich habe mich sehr gefreut nach Buffalo zu dürfen, weil es nicht selten vorkommt, dass man eher in kleineren Städten landet, da habe ich mit Buffalo und seinen ca. 300.000 (die ganze Region hat etwa 1,2 Millionen) Einwohnern ein echtes Glückslos gezogen.

 

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Der Winter war sehr kalt (-20°C) und so viel Schnee habe ich im Leben noch nicht gesehen

 


Wie lange warst du da?

Am 28.08.2008 bin ich in die USA geflogen und am 01.07.2009 wieder in Deutschland gelandet.

 


Bist du dort mit dem Englisch direkt gut zurechtgekommen?

Generell hatte ich nie große Probleme mit der Englischen Sprache. Natürlich wird man erstmal eines besseren belehrt, wenn man denkt mit seinem Schulenglisch dort etwas anfangen zu können. Alle reden sehr schnell, aber da hat man sich meist nach weniger als zwei Wochen schon dran gewöhnt. Wenn dennoch einer zu schnell spricht sind alle auch sehr nett und sprechen langsamer, wenn man sie darum bittet. Aber die Sprache ist generell kein Problem, sondern eher die Zurückhaltung. Ihr dürft keine Angst davor haben zu sprechen. Selbst wenn ihr etwas falsches sagt, eine falsche Vokabel verwendet oder falsche Grammatik, das Wichtigste ist, dass euer Gegenüber weiß was ihr meint und es interessiert wirklich niemandem ob ihr nun die richtige Zeitform im if-Clause verwendet oder nicht. Bei mir war es nach ca. 3 - 4 Wochen garkein Problem mich zu verständigen. Ich habe durchgehend Komplimente für mein gutes Englisch bekommen und viele Leute haben garnicht gemerkt, dass ich eigentlich deutsche bin. Das ist natürlich perfekt, aber auch, wenn euer Englisch nicht so gut ist kommt ihr ohne Probleme dort zurecht, jeder ist total nett und zuvorkommend und ihr müsst euch nicht scheuen, die Angst davor etwas falsch zu machen ist meist das größte Problem!

 


Haben dich die Leute da sofort gut aufgenommen?

Meine Gastfamilie und auch Nachbarn oder Mitschüler haben mich klasse aufgenommen. Die Familie (besonders bei den Großeltern) haben mir wirklich das Geühl gegeben ein Teil der Familie zu sein und das war ein wunderbare Gefühl. Ich wurde schon in der ersten Woche von den meisten Nachbarn gegrüßt und mir wurde der Bauch mit Fragen gelöchert, weil alle etwas über Deutschland und mein Leben in Deutschland wissen wollten. Sehr beliebt war auch die Frage wie es mir in den USA gefällt. Genauso war es mit meinen Mitschülern, am ersten Tag wurde man eingeladen sich beim Lunch mit an den Tisch zu setzen, alle waren also sehr freundlich.

 

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Das war Halloween 2008

 

 

Wieso hast du dich damals für eine Auslandszeit entschieden?

Auf die Idee bin ich eher spontan aus einer Laune heraus gekommen. Wieso ich mich genau dafür entschieden habe kann ich so glaube ich garnicht richtig beantworten... Ich bin generell jemand, der gern neue Erfahrungen sammelt und keine Angst vor Neuem hat. Für mich stand fest, dass das Auslandsjahr während der 11. Klasse eine einmalige Chance ist, die ich auf jedenfall nutzen wollte.



Wie hat es sich auf deine Englischkenntnisse ausgewirkt?

Die Auswirkungen auf meine Englischkenntnisse waren enorm. Spätestens wenn man anfängt Englisch zu Träumen und zu Denken wird es verrückt. Das kann ich mir jetzt gerade selbst nichtmehr vorstellen, aber schon nach etwa 2 Monaten war Englisch in meinen Träumen und Gedanken immer präsent. Ich hatte schwierigkeiten Deutsch zu sprechen, schreiben hat aber ganz gut funktioniert, weil ich da mehr Zeit hatte zum nachdenken. Das wohl lustigste Erlebnis war mein erster Tag wieder in Deutschland. Dadurch, dass ich Englisch gedacht habe, habe ich auch dauernd Englisch gesprochen und es war für mich eine richtige Herausforderung und eine große Anstrengnung Deutsch zu sprechen. So habe ich immer wieder Englische Wörter in meine Sätze eingebaut, weil mir die deutschen nicht eingefallen sind und wenn ich mich nicht konzentriert habe, bin ich sofort wieder ins Englische gerutscht ohne das zu merken.

 

 

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Mein Schulplaner, ich habe alles Mögliche gesammelt

 

 

Fandest du es nützlich für dein späteres Leben/Karriere?

Das kann ich bisher noch nicht gut beantworten. Ich habe nach dem Jahr USA mein Abitur jetzt gemacht und fange an mich an Unis zu bewerben. Bisher ist die Situation noch nie aufgekommen, dass ich mich zB beworben habe und mir eine Zusage gesendet wurde, wegen meines Auslandsjahres. Allerdings würde ich die Erahrung die ich dort gemacht habe nie wieder hergeben wollen. Ich habe mich dort sehr viel mit mir selbst beschäftigt und wenn man mal etwas weiter von daheim weg ist bekommt man eine viel neutralere, distanziertere Sicht auf viele Dinge. Man sieht vieles mit anderen Augen, bei mir war es besonders der Punkt, dass ich erst in den USA richtig zu schätzen gelernt habe, was ich hier alles habe. Das ist schwer in Worte zu fassen, aber ich bin dort sehr gewachsen, man wird reifer und die Persönlichkeit entfaltet sich enorm.

 


Ist der schulische Alltag dort schwieriger? Schafft man es im Unterricht mit zu kommen?

Mein Schulalltag war nicht schwieriger als der in Deutschland. Meinen Stundenplan finde ich leider im Moment nicht, aber ich hatte (wie hier in Deutschland auch) Schulbeginn um 8Uhr, Schulschluss war um entweder um 15Uhr oder um 16Uhr (das weiß ich leider nichtmehr genau). Auf jedenfall hatte man eine Stunde Lunch-Pause und zwischen allen Stunden 5 Minuten, in denen man zu seinem Locker gehen konnte um die Schulsachen für das neue Fach zu holen. Man hatte seine Schulsachen selten in einem Rucksack, meist wurden sie einfach auf dem Arm herumgetragen, das habe ich bis heute beibehalten. Der Unterricht war sehr leicht, das ist mit einem deutschen Gymnasium nicht zu vergleichen. Ich habe den Guidance Councelern (jeder Schüler bekommt eine Art Bezugsperson, die sich auch um persönliche Dinge kümmert und nicht nur um schulisches) meinen Lehrplan für die 11. Klasse gegeben (das war ja schließlich die Klasse, die ich in Deutschland verpasse) und sie haben mir dann den richtigen Mathekurs gegeben, der den Stoff behandelt, den ich in der 11. in Deutschland gehabt hätte. Das war allerdings ein Kurs für extra Begabte... So ist dann das Verhältnis in etwa. Also ich hatte nie Schwierigkeiten im Unterricht, auch wenn er ausschließlich auf Englisch war.

 

 

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Was/wer hat dir am meisten bei Heimweh geholfen?

Am meisten geholfen hat mir mein Freund. Wir waren noch nicht zusammen, als ich in den USA war, aber wir hatten sehr intensiven Kontakt und er hatte immer ein offenes Ohr für meine Probleme und er war wohl die wichtigste Bezugsperson in Deutschland für mich. Er hat mich aufgebaut, wenn ich am Boden war und hatte immer genau die richtigen Worte parat. Entschuldigt, dass das wie eine Lobeshymne auf ihn klingt, aber ohne ihn hätte ich es nicht geschafft durchgehend so eine positive Laune zu halten. Natürlich holt einen das Heimweh ab und zu ein, bei mir hat es aber dann geholen, wenn ich ein bisschen geweint habe und dann ging es schon wieder. Ich habe generell immer eine sehr positive Einstellung den Dingen gegenüber, so habe ich mir einfach immer gedacht "Nurnoch so und soviele Monate, das geht sowieso viel zu schnell rum und die Menschen daheim sehe ich auf jedenfall wieder." Da war es dann wichtiger mit den Menschen in den USA möglichst viel zu unternehmen, weil ich nicht wusste wann und ob ich sie wiedersehen werde.

 


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Mama und Papa durften ganz vorne drauf, waren aber dementsprechend abgegrabbelt

 

 

Hast du während deiner Zeit dort Sightseeing gemacht?

Eurovacance bietet in Zusammenarbeit mit einer anderen Firma Rundreisen durch die USA speziell für Austauschschüler, allerdings habe ich so eine Reise nicht wahrgenommen. Ich war mit meiner Gastmama und meiner Gastschwester aber eine Woche in Florida und wir waren im Disney World (da war ich blöderweise vorher auch schonmal, aber naja). Man muss dazu sagen, dass meine Gastfamilie sehr arm war, jeder Cent musste umgedreht werden und deswegen waren große Reisen einfach nicht möglich. Aber ich hatte ja die Niagarafälle direkt vor der Haustür, ausserdem war ich in Toronto.



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Downtown Toronto - Das Panorama hab ich selbst geschossen!

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Toronto - Jogginghosen for the win!

 

 

Warst du ausschließlich bei deiner Gastfamilie oder durftest du auch bei deinen dortigen SchulfreundInnen übernachten?

Ich durfte auch bei Freundinnen übernachten, das habe ich generell sehr gern gemacht. Allerdings kommt das auch auf die Gastfamilie an, wieviele Freiräume du hast. Meine Gastmutter war nicht allzu streng, sie hat mir aber zum Beispiel verboten mit einer Freundin und deren Eltern nach New York City zu fahren, obwohl meine Eltern gesagt haben, dass sie gerne möchten, dass sie mir die Erlaubnis gibt. Da hat man einfach schon gemerkt, dass sie Angst hatte ihre Aufsichtspflicht zu verletzen, falls mir etwas zustößt. Sie kannte mich natürlich auch nicht so gut wie meine Eltern mich kennen und das ist schon blöd manchmal, ich wäre gern nach New York gefahren, aber ich finde man kann es ihr auch nicht übel nehmen.

 


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links in Disney World - rechts mit meiner Gastschwester shoppen

 


Welche ist deine beste/schlechteste Erinnerung an die Zeit?

Meine beste Erinnerung kann ich nicht in Worte fassen. Die ganze Zeit war wunderbar, wenn ich jetzt aber zwingend etwas benennen müsste wäre das die vielen Konzerte auf denen ich mit meinen Freundinnen war. Besonders meine Freundin Jacky fehlt mir sehr, wir sind oft zu einem nahegelegenen Freizeitpark gefahren und haben dort zum Beispiel No Doubt oder Paramore live gesehen. Meine schlechteste Erinnerung war mein Geburtstag (nicht der ganze Tag, sondern nur eine einzige Situation). Ich wollte an meinem Geburtstag mit meinen Freundinnen bei Friday's essen gehen. Das Lokal war allerdings in einer Mall, die etwas ausserhalb lag und deshalb musste ich hingefahren werden. Allerdings hat sich meine Gastmutter total dagegen gesträubt, was ich sehr unfair fand. Ich fand es nicht angebracht an meinem eigenen Geburtstag meine Freundinnen zu fragen ob die mich vielleicht mitnehmen könnten. Im Endeffekt hat mich meine Gastschwester gefahren und die Welt war wieder in Ordnung. Was schlimmeres fällt mir garnicht ein, hehe

 

 

2926 1063376028706 13552 30177214 5852903 nJacky und ich

 

 

Welche US-Shops würdest du weiter empfehlen?

Das ist eine schwere Frage. Ich habe alle Shops dort geliebt. Überall gab es tolle Klamotten und ich wünschte ich könnte mein Auslandsjahr einfach dieses Jahr nochmal wiederholen. Besonders toll fand ich Target, weil die immer klasse Sachen für kleines Geld hatten. Ausserdem natürlich Forever 21, so eine Art H&M (das deutsche Gegenstück dazu heißt Forever 18, aber ich bin mir nicht sicher, ob das für alle ein Begriff ist)

 


War es dort genauso wie du es dir vorher vorgestellt hast?

Ich wollte es mir nicht vorstellen, weil ich keine zu hohen Erwartungen haben wollte. Aber im Endeffekt wäre glaube ich jede Vorstellung falsch gewesen, man wird irgendwie schon ins kalte Wasser geworfen. Es mag sein, dass euch zB dieser Artikel ein wenig hilft, aber trotzdem wird die Erfahrung und das Leben dort niemals so sein wie ihr es euch vorstellt, weil meiner Meinung nach die Vorstellungskraft dafür wirklich richtig in einem anderen Land zu leben, dort einen Alltag, Freunde und "Verwandte" zu haben, nicht ausreicht.

 


Würdest du nochmal dort hin zurück für 'n Jahr?

Wenn ich die Möglichkeit hätte - Jederzeit!

 

 

Wie verlief die Bewerbung und das darauffolgende Gespräch?

Die Bewerbung an sich war sehr formell, man musste seine Interessen angeben und seine persönlichen Daten. Etwas kniffliger waren da schon die Fragen wieso man sich zu einem Auslandsjahr entschieden hat. Das Gespräch nachher war sehr persönlich, viele meiner allgemeinen Ansichten wurden erfragt um die richtige Gastfamilie zu finden und natürlich um sicher zu sein, dass ich für ein Auslandsjahr geeignet bin.

 

 

Gab es da früh's echt Schinken bzw. Speck?

Ohja, es gab auch Würstchen mit Rührei oder Frühstücksburger bei McDonalds (die gibts inzwischen aber auch hier). Meine Gastmutter hat jeden Morgen Bacon gemacht, der lag dann immer auf der Küchenanrichte und weil ich immer gern etwas spät dran bin, saß sie grundsätzlich schon im Auto und ich habe mir auf dem Weg durch die Küche immer noch ein Stück Bacon zum schnubbeln im Auto mitgenommen.

 


Was habt ihr dort am aller ersten Tag gemacht?

Meine Gastmutter hat mich vom Flughafen abegholt, zuerst ist es ein sehr merkwürdiges Gefühl, wenn plötzlich die Person vor einem steht, bei der man das nächste Jahr wohnen wird. Meine Gastschwester war das Wochenende nicht zuhause, ich habe sie erst Montags abends kennen gelernt. Zuhause angekommen hat meine Gastmutter mir ihren Freund vorgestellt, mir das Haus gezeigt und die Schule, zu der ich gegangen bin. Dann haben wir gegrillt und den Abend gemütlich ausklingen lassen. Es wurden viele Fragen gestellt und ich war natürlich auch erstmal total Überwältigt, es war auf jedenfall eine sehr verrückte Situation.

 

 

P1050809Mein Zimmer und einer von drei Koffern, die ich mitgenommen habe

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McDonalds - wuhuu!

 

 

Gab es dort auch Gothic's, Punker, "Emo's"?

Ja, die gab es genauso wie hier! Dadurch, dass ich gern Hardcore oder auch Punk höre, war ich viel auf Konzerten unterwegs und habe viele Menschen kennengelernt. Alle waren total nett und man muss auf keinen Fall Angst haben.



Wie oft hast du mit deiner Familie sprechen können und vorallem wie?

Ich habe recht unregelmäßig mit meinen Eltern gesprochen. Sie haben einfach immer gewartet bis ich mich gemeldet habe, weil sie mich nicht irgendwie bedrängen wollten und wollten, dass ich entscheide wann ich mich danach fühle mit ihnen zu sprechen. Wir haben kostenlos über Skype telefoniert! Da braucht man nur eine Webcam und unter Umständen ein Headset, dann kann man sich sehen und hören. So habe ich zum Beispiel auch einmal auf einem Familienfest zuhause mit meiner ganzen Familie gequatscht!



Hast du dort geraucht? Wenn ja, was hat deine Gastfamilie dazu gesagt?

Ja, ich habe dort geraucht. Erst habe ich mich meiner Gastschwester anvertraut. Sie selbst ist Nichtraucherin, da Zigaretten aber in den USA ab 18Jahren sind hatte ich nicht die Möglichkeit mir welche zu kaufen, das hat meine Gastschwester für mich getan. Meine Gastmutter fand es nicht gut, aber sie hat es mir auch nicht verboten, weil ich ihr die Umstände einfach erklärt habe.

 

 

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Jacky und ich

 

 

Gab es dort Lebensmittel, die du aus Deutschland kanntest?

Es gab manchmal deutsche Fertigprodukte oder Marken, die man auch hier kennt. Aber richtig deutsche Lebensmittel gab es nur in speziellen Märkten, zum Beispiel gab es Aldi! Da habe ich mir immer Schwarzbrot gekauft, weil ich dieses matschige Brot, was es da ausschließlich gibt, gehasst habe.

 


Gab es dort ähnliche Fernsehsender wie in Deutschland?

Es gab halt normale Fernsehsender, die sind generell schon wie in Deutschland. Es laufen halt bestimmte Shows nur auf bestimmten Sender. Es war aber nicht so, dass es dort jetzt zum Beispiel etwas gab, wo man auf anhieb sagen konnte "der Sender ist genau wie Pro7", also das eher nicht. Der größte Unterschied zum deutschen Fernsehen sind die Werbepausen, die sind nämlich deutlich öfter als die in Deutschland aber dafür auch deutlich kürzer.


 

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Jacky, Chloe und ich


 

Gibt es dort etwas was du sehr vermisst? (Essen, Trinken etc..)?

Hauptsächlich vermisse ich die Möglichkeiten, die es dort gab. Wenn wir hier zum Beispiel Lust auf etwas zu Essen haben begrenzen sich die Möglichkeiten etwas zu besorgen so ziemlich auf Döner, Pizza, Pommes, McDonals, Burger King, KFC und Subway. Das sind - sage ich mal so - ja die großen Fast Food Schuppen, bei denen sich man für den Hunger zwischen durch eindecken kann. In den USA ist es so, dass es auch Restaurant Ketten gab, bei denen das Essen schon anspruchsvoller war, als bei den Fast Food Ketten. Auch da gab es dann Drive In (heißt in den USA übrigens Drive Thru) und man konnte sich das Essen einfach mitnehmen. Das vermisse ich sehr.

 

 

Entschuldigt, dass der Artikel so unfassbar lang ist, aber ich wollte ihn nicht in mehreren Teilen veröffentlichen, so habt ihr wenigstens alles auf einen Blick.

Wenn noch Fragen offen sind, dann scheut nicht zu fragen♥

Veröffentlicht in Tessa

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Alicia ♥ 06/10/2011 15:44


Danke für deine Auskunft :)


Alicia ♥ 06/10/2011 14:33


Ich find es wirklich toll, das du sowas gemacht hast :)
Musstest du das Schuljahr in Deutschland wiederholen, bezeihungsweise hättest du es wiederholen können, wenn du gewollt hättest?
Ich würde soetwas liebendgern mal machen, aber mein Englisch ist einfach total schlecht :(
Ich hätte total Angst, das ich Anfangs nicht zurecht komme - aber es wäre echt toll, wenn ich danach besser Englisch sprechen könnte.
Würdest du es auch jemanden empfehlen, der nicht so gut Englisch kann ?

Alicia :) ♥


Rebecca.Tessa 06/10/2011 15:43



Ich habe die 11. Klasse nicht wiederholt, aber man kann sie, wenn man möchte jederzeit wiederholen. das darf die schule dir garnicht verbieten


 


natürlich, ich habe doch geschrieben, das ich es JEDEM empfehlen würde! wir hatten mal eine japanerin auf der schule, die sprach kein wort deutsch, als sie kam und als sie ging konnte man sich
fast normal (sie hatte natürlich akzent) unterhalten! da musst du dir wirklich garkeine gedanken machen :) das funktioniert schon, alle sind auch sehr höflich und geduldig, wenn du eventuell kurz
überlegen musst



lisa 06/09/2011 23:19


und zu der zeit hast du mehr als 100 kilo gewogen? sieht aber nicht so aus


Rebecca.Tessa 06/10/2011 08:57



ich bin auch nicht angekommen und habe von heute auf morgen 100kg gewogen. man muss das auch erstmal zunehmen und auf den bildern war ich einfach noch nicht so dick :)



zukka 06/09/2011 18:39


wow toller arktikel hab mir das grad mal so durchgelesen :)

http://zukka.over-blog.de


Maxi 06/09/2011 12:59


Woww ich finde den Artikel super interessant :) hätte es damals auch so gerne gemacht aber hatte iwie nie den Mut dazu :) Meine beste Freundin war aber 1 jahr in Amerika und fand es auch super
schön dort. Haben beschlossen aufjedenfall zusammen mal dort hinzufliegen :) Ich lieebe Amerika einfach :)